FF Adlwang

Ereignisse von 1894 – 1918

Ausschlaggebend für die letztendliche Gründung einer Feuerwehr in Adlwang war die Brandkatastrophe vom 27. April 1894 in Bad Hall. Laut Gründungsprotokoll war „die Feuerspritze von Adlwang bei den im Welten gelegenen Brandobjekten aufgestellt und es gelang den rastlosen Arbeiten der herbeigeeilten Adlwanger das arg bedrohte Staudingersche Gasthaus zu retten“.

Bild 1: 1907

Der Brand der Ferdlstraßersölde oder auch Kammerstraßersölde am 15. Juli 1894 beschleunigte den Gründungsprozess. Der Kaufmann Josef Pachleitner und Schmiedemeister Vinzenz Spatt richteten einen Aufruf an die Bevölkerung, der neu zu gründenden Feuerwehr beizutreten. Gleich 32 Adlwanger folgten dem Aufruf (zum Beitritt zur Feuerwehr). Daraufhin berief Vinzenz Spatt für den 15. Juli 1894 eine Versammlung in den Gasthof Herzog (Obermayrgut) ein. Die vorgelegte Satzung (Mustervorlage der eben gegründeten Feuerwehr Waldneukirchen) wurde einstimmig angenommen, anschließend wurde folgender Ausschuss gewählt:


Obmann: Josef Pachleitner, Kaufmann am Obermayrgut A 6
Obmann-Stv.: Karl Herzog, Gastwirt und Fleischhauer am Obermayrgut A 5
Löschmeister: Vinzenz Spatt, Schmiedemeister A 9
Löschmeister-Stv.: Karl Dickbauer, Müllermeister, Greimühle A 15
Zeugwart: Johann Oberreiter, Wagnermeister
Schriftführer u. Kassier: Josef Krenn, Oberlehrer 

m 14. August 1894 tagte der vollzählige Ausschuss im Gasthaus Herzog. Ausschussobmann Pachleitner teilte der Versammlung mit, dass er die Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde zur Genehmigung unterbreitet habe.
In der Gemeindeausschusssitzung vom 12. 8. 1894 habe nun die Gemeindevertretung dieselbe unter der Bedingung genehmigt, dass § 11 mit den Worten beginne „… der Commandant der Feuerwehr ist auf dem Brandplatze immer den Anforderungen der Gemeindevorstehung unterworfen“.
Weiters wurde vom Ausschussobmann der Antrag um einen Beitrag von 200 fl. zum Kauf einer Spritze sowie einer jährlichen Zuwendung von 30 fl. gestellt. Da aber die Gemeinde hierfür keinerlei Geldmittel vorgesorgt hatte, wurden beide Anträge abgelehnt.

Angesichts der anstehenden Probleme diskutierte der Ausschuss über die weitere Vorgangsweise, teilweise kam Stimmung auf, ob überhaupt noch für die Gründung einer Feuerwehr weitergearbeitet werden soll. Der Ausschuss einigte sich darüber, die Neubildung des Vereins mit Eifer voranzutreiben. Die § 11 Statutenänderung wurde nach längerer Besprechung angenommen.

Konstituierende Versammlung am 30. September 1894

Nachdem die oö. Statthalterei die Satzungen der Feuerwehr genehmigt hatte, fand am 30. September 1894 die konstituierende Versammlung statt. Vertretungen der Nachbarfeuerwehren aus Bad Hall und Waldneukirchen sowie der Obmann des Feuerwehrverbandes von Kremsmünster waren anwesend. Folgender Ausschuss wurde gewählt:


Obmann: Josef Pachleitner, Kaufmann am Kirchmayrgut A 6
Obmann Stellvertreter: Karl Herzorg, Gastwirt u. Fleischhauer am Obermayrgut A 5
Spritzenmeister: Vinzenz Spatt sen., Schmiedemeister A 9
Spritzenmeister Stv.: Vinzenz Spatt jun., Schmiedemeister A 9
Löschmeister: Karl Dickbauer, Müllermeiser, Greimühle A 15
Löschmeister Stv.: Michael Schmoll      
Zeugwart: ohann Oberreiter, Wagnermeister
Schriftführer und Kassier: Josef Krenn, Oberlehrer
1. Hornist: Heinrich Pachleitner, Postbeamter, Bruder des Obmannes
2. Hornist: Franz Eckhard, Revierförster Stift Schlierbach Em 33

Das Feuerwehr-Komitee sowie der erste Ausschuss der Freiwilligen Feuerwehr waren Kaufleute, Gastwirte, Handwerker und Beamte. Alle Personen mit Ausnahme des Revierförsters Franz Eckhard wohnten im unmittelbaren Ortsbereich von Adlwang. Eckhard hatte seine Dienstwohnung in der Kettenhubersölde, heute „Brandl“ (früher Emsenhub 38).

1. Kommandant der Feuerwehr Adlwang – Zur Person Josef Pachleitner

Geboren am 20. 2. 1861 in Adlwang, Besitzer des Kirchmayrgutes Adlwang Nr. 6 (heute Heger, vormals Hieslmayr bzw. Oberhuber). Wie seine Eltern (Franz und Aloisia Pachleitner) führte er im obgenannten Gut ein Kaufgeschäft. Er ehelichte Theresia Lösch, eine Tochter des Forstergutes zu Sitzleinsdorf in Mühlgrub. Josef Pachleitner war ein überaus ehrgeiziger und tüchtiger Mann. Er hat die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr durch Mut und Ausdauer vorangetrieben. Von 1896 bis 1899 bekleidete er auch das Bürgermeisteramt der Gemeinde Adlwang. Gemeinsam mit seinem Schwager Karl Dickbauer gründete er 1896 die Adlwanger Molkerei in der Greimühle. Kaum über vierzig Jahre alt, schied Pachleitner 1902 freiwillig aus dem Leben. 1910 erwarben die Gastwirte Herzog und Zeilinger das Kirchmayrgut.

Am 27. 12. 1894 meldet der Schriftführer Josef Krenn seinen Austritt, seine Funktion übernimmt Heinrich Pachleitner.

Bild 2: Handdruckspritze mit Saugwerk
Feuerwehrmuseum St. Florian

Nun wird endlich die neue Spritze, eine Handdruckspritze mit Saugwerk, angeschafft. Vom Landesausschuss werden zum Ankauf 200 fl. zur Verfügung gestellt. Bereits vor 8 Jahren wurden 80 fl. zum Ankauf eines „Hydrophors“ überwiesen – inklusive der Zinsen von 4 fl. 31 kr. beträgt das Vermögen der jungen Feuerwehr 284 fl. 31 kr. Der Bürgermeister Michael Windhager spendete hinzu noch 10 fl.

1895

Aber noch ist keine Ruhe in der jungen Feuerwehr eingekehrt. Die Feuerwehr hat sich am 17. Juni 1895 auf Grund eines Aufrufes des Herrn Bürgermeisters Michael Windhager im Gasthause des Herrn Herzog nochmals neu gebildet. Folgender Ausschuss wurde gewählt:

Obmann: Josef Pachleitner, Kaufmann am Kirchmayrgut A 6
Obmann Stv.: Karl Herzog, Gastwirt am Obermayrgut A 5
Spritzenmeister: Vinzenz Spatt, Schmiedemeister A 9
Spritzenmeister Stv.: Karl Schlair, Gastwirt, Hoftafern A 14
Löschmeister: Heinrich Pachleitner, Bruder vom Obmann, Postbeamter
Löschmeister Stv.: Georg Eckmair, Landwirt (Sohn vom Wieglhubergut), Bes. Oberadlwangergut/später Obernhubergut
Schrift- & Säckelwart: Franz Eckhard, Revierförster Stift Schlierbach Em 38
Zeugwart: Franz Zehethofer, Kaufmann A 8 (geb. A 4) 

Durch die Unterstützung der löbl. Gemeindevertretung erklärten bei der Neugründung wiederum 30 Mitglieder ihren Beitritt. Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich auf 38 ausübende und 7 Unterstützende, so dass die Gesamtzahl 45 betrug.

Im Rechenschaftsberichtwird erwähnt, dass seit der letzten Generalversammlung 7 Sitzungen abgehalten wurden, bei welcher verschiedene interne Angelegenheiten besprochen und über die Verwendung von Geräten und Übungen beraten wurde.

Die ausübenden Mitglieder versammelten sich zu 8 Übungen, die teils zur Ausbildung des einzelnen Mitgliedes im Reihenkörper, teils zur Handhabung der Löschgeräte, einberufen wurden. Es hat sich herausgestellt, dass an der alten Spritze alle Schläuche bis auf einen unbrauchbar waren und dass an der neuen Spritze die Schläuche in der Länge von 30 – 40 m zu kurz waren.

1895 gab es im Gemeindegebiet von Adlwang keinen Brand. In Waldneukirchen brannte das Anwesen des Hptm. Roggia. Die Adlwanger Feuerwehr rückte zwar mit der Spritze aus, aufgrund der großen Entfernung der Brandstelle wurde die Ausrückung in Waldneukirchen gestoppt. Am 8. August 1895 organisierte und feierte man zusammen mit der Gemeindevorstehung das Geburtstagsfest für Sr. Majestät Kaiser Franz Josef. An der Installation des neuen Pfarrers Pater Hermann Haasbauer (1896 – 1903) wurde ebenfalls teilgenommen.

Die Zahl der Geräte ist während der letzten Zeit nicht vermehrt worden. Der Herr Bürgermeister hilft einem dringenden Bedürfnisse ab, da er eine neue Steigleiter spendete, dei aber erst noch in Arbeit ist.

Die Feuerwehr hat im Sommer auch die Uniformierung durchgeführt und es haben sich bis heute 36 Mitglieder aus Eigenem eine blaue Bluse und ebensolche Kappe sowie die allgemeinen Abzeichen des 29. Bezirks-Verbandes der oberösterreichsischen Feuerwehren angeschafft.

Bild 3: Handdruckspritze mit Schlauchhaspel und Steigleiter
Die Feuerwehrausrüstung um die Jahrhundertwende 1900.
Schwierigkeiten bereitete meist die rasche Pferdebespannung der Spritze.

1896

Generalversammlung am 7. März 1896 – Der gesamte Ausschuss wurde per Akklamation wiedergewählt. Anstelle des zurückgetretenen Schrif- und Säckelwartes Franz Eckhard wurde wiederum Josef Krenn, Oberlehrer, gewählt.

In verschiedenen Ausschusssitzungen wurden innere Strukturen geschaffen, um die Schlagkraft der Feuerwehr zu heben. Zunächst wies man die Mannschaft und die Hornisten an, sich die Signale anzueignene. Nach einer Übung mit der Spritze wurde in der anschließenden Ausschusssitzung beschlossen, dass die Steigermannschaft und die Spritzenmannschaft mehrmals separate Übungen abhalten, damit bei der Handhabung der Geräte eine größere Sicherheit und Raschheit erzielt werde. – Die Feuerwehrmannschaft wird definitiv in eine Steiger- und in eine Spritzenmannschaft geteilt. Die Mitglieder Mandorfer Josef (Digled) und M. Windhager (Mayr zu Flachenegg, Bürgermeister) werden zu „Rottenführern“ gewählt.

1. Brandbekämpfung der Freiwilligen Feuerwehr Adlwang
Brand des Bernauergutes

Im Protokollbuch wird über den ersten Brandbekämpfungseinsatz folgendes berichtet: „Am 16. August ca. 09.30 Uhr nachts brach im Bernauergut in Möderndorf 11, 1/2 Stunde vom Orte entfernt Feuer aus, dem das ganze Anwesen mit Ausnahme des Hausstockes zum Opfer fiel. Das Feuer wurde bald nach der Entstehung bemerkt und die Mannschaft alarmiert. Obmannstellvertreter stellte rasch die Bespannung herbei und in kurzer Zeit war die Feuerwehr am Brandplatze in Arbeit war bei einer Beteiligung von 27 Mitlgieder bis zur Lokalisierung in Tätigkeit und halt eifrig mit, die Gefahr zu beseitigen, welche dem Wohnhause in der Nähe des Pferdestalles drohte. An Schläuchen un deren Handhabung gieng alles gut von statten, dagegen zeigten sich Mängel dadurch, dass die Wehr keinen Ortsruf hat, sowie überhaupt im Signaldienst.“

1897

Generalversammlung am 14.2.1897 – Die Neuwahl des Ausschusses wurde per Akklamation vorgenommen, der alte Ausschuss wurde wiederbestellt. Für den Spritzenmeister und den Löschmeister wurde ein zweiter Stellvertreter eingeführt.

Obmann: Josef Pachleitner, Kaufmann, Kirchmayrgut A 6
Obmann Stellvertreter: Karl Herzog, Gastwirt, Obermayrgut A 5
Spritzenmeister: Vinzenz Spatt, Schmiedmeister, A 9
Spritzenmeister I. Stv.: Karl Schlair, Gastwirt, Hoftafer A 14
Spritzenmeister II. Stv.: Michl Windhager, Mayr zu Flacheneg Ma 23
Löschmeister: Heinrich Pachleitner, Bruder vom Obmann
Löschmeister I. Stv.: Georg Eckmair, Landwirt, Obernhub Ma 9
Löschmeister II. Stv.: Josef Mandorfer, Digled A 19
Schrift- und Säckelwart: Josef Krenn, Oberlehrer
Zeugwart: Franz Zehethofer, Kaufmann A 8

Folgende Anträge wurden bei der Generalversammlung beschlossen:
Die Musikkapelle von Adlwang wurde zum Beitritt zur Feuerwehr eingeladen. Nach Möglichkeit sollen die Übungen nur an Sonntagen abgehalten werden.

Bild 4: Handdruckspritze ohne Saugwerk, Feuerwehrmuseum St. Florian

Um mit den Löschgeräten an den Brandherd zu gelangen, wurde folgender Zugdienst festgelegt bzw. folgende Pferdebesitzer zur Bespannung der Spritze verpflichtet:
1. Pachleitner, Kirchmayrgut A 6 (heute Heger)
2. Herzog, Obermayrgut A 5 (heute Gasthaus Herzogtum)
3. Schlair, Hoftafern zu Adlwang A 14 (heute Gasthaus Zeilinger)
4. Pfarrhof, (Wimmergut oder Moarhof, A 2 – wurde abgebrochen)

Weiters wurde festgehalten, dass die ersten zwei Genannten bereits die Bespannung bei den Bränden in Waldneukirchen (Roggla) und in die Bernau beigestellt haben, weshalb nun die Reihenfolge an Hrn. Schlair bzw. bei dessen Verhinderung den Pfarrhof trifft.

Gerätschaft:
1 Spritze mit Saugwerk, 1 Spritze ohne Saugwerk, 1 Schlauchhaspel, 230 m Schläuche, 12 Wassereimer, 1 Dachleiter, 1 Tragbahre, 4 Steigerausrüstungen und 2 Fackeln.

Am 22. April 1897 beschloss der Ausschuss, dass die alte Spritze so umzubauen ist, so dass auch die Schläuche der neuen Spritze Verwendung finden können.
In der Ausschusssitzung vom 20. Juni 1897 wurde bekannt gegeben, dass sich die Musikkapelle von Adlwang bereit erklärt, „corporativ“ der Feuerwehr beizutreten. Im Ausschussbericht hält der Schriftführer dazu fest: „Dieselbe (Musikkapelle) uniformiert sich und verlangt die Abzeichen und rothe Schnüre auf Kosten der Feuerwehr, womit sich die Anwesenden einverstanden erklären.“ Der Kapellmeister wird Mitglied des Ausschusses und wird zu den Versammlungen und Sitzungen eingeladen. Bereits eine Woche später erfolgte ein Übungsmarsch zum Forster in Sitzleinsdorf mit Beteiligung der Musikkapelle.
Weiters wurden in der Ausschusssitzung der Fronleichnamstag, der 4. Mai (Florian) und der 18. August (Geburtstag von Kaiser Franz Josef I.) als repräsentative Ausrückungstage festgelegt.

Auch personelle Änderungen erfolgten, der I. Spritzenmeister-Stellvertreter Karl Schlair (hat Adlwang verlassen) und Michael Windhager (aus Altersgründen) II. Spritzenmeister-Stellvertreter treten aus dem Feuerwehrverband aus. Johann Bachleitner wird I. Spritzenmeister-Stellvertreter und Georg Gaißberger II. Spritzenmeister-Stellvertreter.

Am 5. September 1897 findet ein sogenannter „Delegiertentag“ in Wartberg an der Krems statt, bei dem das „Corps“ durch die Herren Josef Pachleitner und Johann Bachleitner vertreten ist. Am anschließenden Fest beteiligte sich die Feuerwehr Adlwang mit der Feuerwehrmusik in fast vollzähliger Anzahl.

Brandbericht vom 21. November 1897
„Am Sonntag den 21. Novbr. l. J. c. 6 h 45 Min. brach beim Amtmannstraßergute in der Gmd. Pfarrkirchen ein Schadenfeuer aus, wodurch die hies. Feuerwehr rasch alarmiert wurde und nach einiger Verzögerung, welche die Bespannung der Saugspritze verursachte, auf den Brandplatz abrückte. Die Bespannung leistete der Obmannstellvertreter F. Herzog und nahm die Abtheilung ihren Weg über Mühlgrub und Pfarrkirchen, da die näheren Weg(e) schwer befahrbar schienen. Die Betheiligungen an den Löscharbeiten war eine sehr zahlreiche, da über 30 Mitglieder am Brandplatze erschienen. Die Spritze funktionierte ohne Anstand, die Mannschaft benahm sich korrekt; was den Obmann Veranlassung zum Ausspruche seiner Zufriedenheit gab. Bei der hierauf stattgefundenen Besprechung wurde die Anregung gegeben, die Bespannungsverhältnisse besser zu ordnen, und bei der Ausfahrt das Aufsteigen einer zu großen Anzahl von Menschen auf die Spritze zu verhindern; die diesbezüglich gestellten Anträge

a) Die Gemeindevorstehung sei zu ersuchen, wegen regelmäßiger Betheiligung der 4 nächsten Pferdebesitzer von Adlwang die nöthigen Anordnungen zu treffen,

b) Bei Ausfahrten zu Bränden haben der Commandant event. Stellvertreter und Spritzenmeister darüber zu wachen, daß nicht zu viele Männer auf die Spritze steigen.“
In einer nachfolgenden Ausschuss-Sitzung wurde die Anschaffung von 4 Stück „Zwilchkleidungen“ beschlossen. Ferner schlug Löschmeister Heinrich Pachleitner vor, „…, dass es nöthig sei, wenn bei späteren Übungen und Festlichkeiten, wie dies in anderen Orten schon der Fall sei, der Obmann und der Stellvertreter eine vollständige Ausrüstung zu tragen in der Lage seien und wünscht deshalb den Ankauf von Helmen für die Genannten.“

1898

Am 14. Februar 1898 wurde bei der Generalversammlung der Antrag vom Zeugwart Franz Zehethofer angenommen, „aus Anlass des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers einen Fond zum Bau eines Thurmes auf das Feuerwehr-Depot anzulegen.“
Am 9. Juni 1898 nimmt die Feuerwehr zum ersten Male an der Fronleichnamsprozession teil. Die Teilnahme erfolgte durch 7 Mitglieder in Steigerausrüstung zur Seite des Baldachins, die übrigen marschierten mit der Uniform.

Am 19. Juni 1898 erhielten folgende Mitglieder die neuerworbene Steigerausrüstung:
 Eckmayr Georg, Pachleitner Heinrich, Mandorfer Josef, Mandorfer Johann,
 Neuhofer Georg, Pürstinger Josef und Ganglbauer Josef.

Am 20. August 1898 beteiligte sich das Corps an den Festlichkeiten anlässlich des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät Kaiser Franz Joseph. Die Feuerwehr sammelte sich bereits um 7,00 Uhr abends bei Herrn Pachleitner, von dort folgte der Fackelzug zuerst zum Feuerwehrdepot, danach zum Pfarrhof, Zeilinger, Herzog und letztendlich zum Kirchenplatz. Die Lampionsträger bildeten die Initialen Sr. Majestät F. J. I. (Franz Josef I.), die Musik spielte die Volkshymne. Das Fest dauerte 2 Tage, es wurde eine Messe gefeiert, die Musikkapelle konzertierte in beiden Gasthöfen, zum Abschluss wurde noch ein Feuerwerk abgebrannt.

Die Bewohner des Ortes Adlwang errichteten nahe beim „Pachleitner“ (Kirchmayrgut Adlwang 6) eine sogenannte Feuerlache. Es wurde ein Behälter aus „Cement – Kalk“ gemauert; den Kosten von 203 fl. 25 kr. stand ein Spendenaufruf von 171 fl. gegenüber. Der Abgang wurde aus der Feuerwehrkasse gedeckt, dafür erhielt die Feuerwehr das Recht der unbeschränkten Benützung der Lache – die Feuerwehr übernimmt sogar die Verantwortung über die Lache. Herr Pachleitner erklärte sich bereit, stets das nötige Wasser aus seiner Wasserversorgungsanlage zur Verfügung zu stellen.

1899

Beim Feuerwehrdepot wurde mit dem Turmbau begonnen, die Herrn Florian Panhuber, Georg Gaißberger und Franz Zehethofer waren verantwortlich für die Baudurchführung.
8 Steigerausrüstungen, eine Ausrüstung für den Spritzenmeister, 7 Zwilchmonturen und ein Karren für die Leiter wurden angeschafft.

Am 18. Juni veranstaltete das Corps gemeinsam mit der Musik, Gemeindeausschuss und mit großer Beteiligung der Bevölkerung einen Fackelzug zur Ehrendanksagung an ihren „Commandanten“, der eine Wiederwahl als Gemeindevorsteher ablehnte.

Am 2. Juli fand die Gemeindevorstandswahl statt. Als Bürgermeister wurde Johann Altmann, Besitzer des Oberbrandnergutes, gewählt.

Am 27. August herrschte Feststimmung in Adlwang. Der Bezirksverband Kremsmünster hielt seinen Delegiertentag in unserer Gemeinde ab. In beiden Gasthäusern wurden Unterhaltungen mit 4 Musikkapellen angeboten. 307 Feuerwehrmänner haben eine gemeinsame Übung durchgeführt. Als Brandobjekt diente das Gasthaus Zeilinger, den Löschwasserbedarf entnahm man aus der neuerrichteten „Lache“. Folgende Feuerwehren waren anwesend: Aschach an der Steyr, Bad Hall mit Musik, Grünburg mit Musik, Kirchdorf, Kremsmünster, Letten, Pfarrkirchen bei Bad Hall, Ried bei Kremsmünster, Rohr, Steyr, Sierninghofen – Neuzeug, Sipbachzell, Waldneukirchen mit Musik und Wartberg.

1900

31. Juni 1900, Brand des Reichlgutes in Waldneukirchen; wegen Wassermangel konnten keine Löscharbeiten durchgeführt werden. Die Bespannung der Spritze wurde vom Zeilinger beigestellt.

Die Gemeinde feierte vom 17. bis 18. August den 70. Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I. Ein Fackelzug mit Musik führte zum anschließendem Höhenfeuer beim Pogmayr, der Ort wurde dekoriert und geschmückt, Messen und Paraden sowie ein Konzert waren angesagt.

1901

14. Juni 1901 Brand in Waldneukirchen – Groß-Haselberg; das Corps rückte um 8,00 Uhr früh aus und beteiligte sich an den Löscharbeiten. Die Bespannung der Spritze wurde vom Herzog beigestellt.
19. Juni 1901 Brand beim Molte im Katzenmarkte; das Corps rückte aus, kehrte jedoch in Kallerstorf wieder um. Die Bespannung der Spritze wurde vom Pachleitner beigestellt.

In der Julisitzung teilten Pachleitner und Zeilinger mit, dass sie nur mehr ein Pferd für die Bespannung der Spritze beistellen können. Die Gemeindevorstehung wurde schriftlich gebeten, darauf zu drängen, dass in regelmäßiger Reihenfolge die Pferdebesitzer des Dorfes, d. i. Pfarrhof, Herzog, Pachleitner und Zeilinger, die Spritzenbespannung vornehmen. Die Hornisten Zaglmaier, Angerbauer und Riedl wurden angehalten, Signalübungen durchzuführen.

Bild 5: Feuerwehrdepot mit Schlauchturm

1902

Gleich im Jänner fand wie jedes Jahr die Generalversammlung statt. Der gesamte Ausschuss wurde wiedergewählt, und wie jedes Jahr fand anschließend eine Abendunterhaltung statt. Franz Hönig, ein bekannter Mundartdichter aus Kremsmünster (auch Bürgermeister), rezitierte seine Gedichte und die Feuerwehrkapelle konzertierte.
Kaum zwei Monate später verliert die Feuerwehr von Adlwang ihren verdienstvollen Kameraden und Obmann Josef Pachleitner. Er hatte die Feuerwehr gegründet und war bis zu seinem Freitod deren Obmann. Kommandant Josef Pachleitner wurde von seinen Kameraden unter großer Beteiligung des Volkes zu Grabe getragen.

Die Feuerwehr wählte Georg Eckmayr, Besitzer des Obernhubergutes zum neuen Obmann und Johann Mandorfer, Besitzer des Obereggendorfergutes (heuter Angerbauer) zum Löschmeister-Stellvertreter.

Am 5. September, 12.00 Uhr brach im „Nößbichler-Häusel“, Mandorf 41, ein Brand aus, dem „dieses Häusel zum Opfer viel“. Die Feuerwehr beteiligte sich an den Löscharbeiten und vor allem an der Rettung der Habseligkeiten der Familie Müller.

Am 3. Oktober um ½ 5,00 Uhr brennt das Burgkirchnergut in Pfarrkirchen. Gemeinsam mit den Feuerwehren von Pfarrkirchen und Bad Hall wurde der Brand bekämpft.

Im Protokollbuch wurde der Brandbericht folgendermaßen festgehalten:
„Herr Florian Leitner (Bäckermeister in Adlwang 7 – heute Gemeindeamt) bemerkte zuerst das Feuer und verständigte davon rasch den Pachleitner (Heinrich) und Zehethofer. Letzterer gab darauf das Glockensignal. Pachleitner und Herzog stellten rasch die Spritzenbespannung her und die Wehr rückte auf den Brandplatz ab. Obmann Eckmayr hatte sich gleichfalls zum Brande begeben und empfing die Wehr zu einer Zeit wo noch keine Spritze tätig war. Die Haller Wehr erschien zwar etwas früher, hatte aber zu wenig Schläuche bei sich, um vom Teiche das Wasser zur Brandstelle liefern zu können. Die Adlwanger Wehr hinderte durch eifrige Arbeit trotz heftigen Windes das Einbrennen in die Zimmer und arbeitete von 5 bis ½ 8 Uhr.“

Zu diesem Brand gab es in Waldneukirchen eine Verstimmung mit einem Pferdebesitzer. Nach erfolgter Alarmierung musste bei der bereits einsatzfähigen Spritze auf Anordnung des Pferdeeigentümers die Pferde wieder ausgespannt werden. Er verweigerte die Bespannung der Spritze, da der Brand außerhalb der Pfarre und Gemeinde lag.

Daraufhin beschloss der Ausschuss der Feuerwehr Adlwang, dass eine „Bespannungstafel“ beim Pfarrhof anzubringen sei. Weiters wurde festgehalten: „Wird dieselbe nicht angenommen d. h. die Spritzen Bespannung verweigert, so ist bei der Gemeinde Beschwerde zu führen.“
Auch an die Feuerwehrmitglieder erfolgte der Appell, dass sie nur in dringenden Fällen den Brandort verlassen dürfen, jedoch nicht ohne sich vorher abgemeldet zu haben.

1903

Generalversammlung am 25.2.1903: Ausschussneuwahl:

Obmann: Georg Eckmayr, Obernhubergut Ma 6   
Obmann Stellvertreter: Karl Herzog, Gastwirt am Obermayrgut A 5
Spritzenmeister: Vinzenz Spatt, Schmiedemeister A 9
I. Stellvertreter: Johann Bachleitner, Schneidermeister Ma 31 (später oo A 4)
II. Stellvertreter: Georg Gaißberger, Ackerl in der Haid A 32
Löschmeister: Heinrich Pachleitner, Postbeamter
I. Stellvertreter: Johann Mandorfer, Digledergut A 19
II. Stellvertreter: Franz Wimmer, Höblingratherhäusel A 17
Schrift- und Säckelwart: Josef Krenn, Oberlehrer
Zeugwart: Franz Zehethofer, Kaufmann A 8
Stellvertreter: Karl Dickbauer, Müllermeister, Greimühle A 15

Folgende Anträge wurden bei der Generalversammlung beschlossen:
Die monatlichen Versammlungen haben zu entfallen, der Ausschuss soll nur nach Notwendigkeit zusammentreten.
Wenn ein aktives Mitglied länger als ein Jahr unentschuldigt keine Übung mitmacht, ist er aus dem Verzeichnis zu streichen.

Am 30. August, bricht ein Brand beim Bichlergut in Natzberg Nr. 34, Gemeinde Nußbach, aus. „Um ½ 11 Uhr vorm. wird das Feuer bemerkt. Das Corps rückt sogleich dahin ab. Herr Herzog stellte die Bespannung bei. Die Dachung und Nebengebäude werden eingeäschert. Sämtliches Vieh konnte ausgebracht werden. Die Schweine konnten nur mit großer Mühe den Flammen entrissen werden. Zum Schutze der Nachbarhäuser vor Flugfeuer rückte später auch die zweite Spritze nach, für die Herr Zeilinger die Bespannung bereitstellte. Am Brandplatze erschienen außer Adlwang noch Waldneukirchen, Wartberg und die Spritze von Nußbach.“
Noch am selben Tag fand am Abend eine Mitgliederversammlung im Gasthaus Herzog statt, der Brandbericht wurde vorgetragen, Bürgermeister Altmann „drückt der Feuerwehr für das tatkräftige Eingreifen beim vormittägigen Brande den Dank aus.“

2. September, Brand des Unter Öllingergutes Gemeinde Nußbach.
„Um 10 Uhr vormittag rückt die Wehr auf den Brandplatz ab. Frau Pachleitner stellte die Bespannung bei. Das Corps rettete die Hütte vom Unter Öllingergute und bespritzt dann das sehr gefährdete Ober Öllingergut.“ Folgende Feuerwehren waren im Einsatz: Waldneukirchen, Wartberg, Nußbach, Pfarrkirchen und Adlwang.

1905

Am 5. Februar wurde in der Ausschusssitzung die Abhaltung der Generalversammlung für den Faschingssonntag, den 5. März angesetzt. Hiezu wurde die „Ortsmusik“ – Originalzitat aus dem Protokollbuch – eingeladen. Demnach dürfte die Vereinszusammenarbeit Feuerwehr – Musikkapelle bereits vor 1905 beendet worden sein. Im Protokollbuch sind so gut wie keine Eintragungen über allfällige Belange der Feuerwehrmusik enthalten. Tatsache ist, dass die Musikkapelle im Jahre 1912 Mitglied des Veteranenvereins von Adlwang war (es existiert eine datierte Fotografie vom August 1912).

1906 

Am 5. Februar wurde die Generalversammlung im Gasthaus Zeilinger abgehalten. Der Obmann Georg Eckmayr lehnt eine Wiederwahl für seine Person ab. Es erfolgte daraufhin eine Stichzettelwahl, bei der der abwesende Zeugwart Karl Dickbauer (Greimühle A 15) 18 der 25 abgegebenen Stimmen erhielt. Die Funktion von Dickbauer erhielt Leopold Zehethofer. Alle übrigen Ausschussmitglieder wurden wiedergewählt.

1907

Generalversammlung am 10. Februar mit Ausschussneuwahl im Gasthaus Herzog.

Obmann: Karl Dickbauer, Greimühle A 15   
Obmann Stellvertreter: Karl Herzog, Gastwirt am Obermayrgut A 5
Spritzenmeister: Vinzenz Spatt, Schmiedemeister A 9
I. Stellvertreter: Johann Bachleitner, Schneidermeister Ma 31
II. Stellvertreter: Georg Gaißberger, Ackerl in der Haid A 32
Löschmeister: Heinrich Pachleitner, Postbeamter
I. Stellvertreter: Franz Wimmer, Höblingratherhäusel A 17
II. Stellvertreter: Johann Pfusterwimmer, Bindergeselle wohnh. A 4
Schrift- und Säckelwart: Josef Krenn, Oberlehrer
Zeugwart: Leopold Zehethofer, Kaufmann Em 30 (später A 8)
Stellvertreter: Johann Oberreiter, Wagnermeister

Bild 6: Älteste Gruppenbild der FF-Adlwang
1. Reihe sitzend von links: Obmann Karl Dickbauer und Obmann Stellv. Karl Herzog, alle anderen sind leider nicht bekannt.

1908

26. Jänner – Brand in der Wieglhub Sonntag ¼ 9 h vormittags.
„Am Brandplatze erschienen die Feuerwehren Adlwang, Pfarrkirchen, Bad Hall und Waldneukirchen. Die Feuerwehr Adlwang benützte die Lacke bei Forster und dann den Forsterschen Brunnen.“ Am nächsten Tage verunglückte „beim Abdämpfen der Feuerwehrmann J. Oberreiter durch Einsturz eines Gewölbes.“
Am 4. Mai 1907 wird der Ausschuss sowie ein Großteil der Mannschaft bei schönem Wetter fotografiert.
Diese Aufnahme dürfte das älteste Bild der Feuerwehr Adlwang sein. Leider sind bis auf wenige Ausnahmen die abgebildeten Leute namentlich nicht mehr bekannt.

Bei der Brandbekämpfung hat es wahrscheinlich Probleme mit der Wasserverfügbarkeit gegeben. Anlässlich der gemachten Erfahrung der Brandbekämpfung in der Wieglhub beschloss der Gemeinderat in der Sitzung vom 6.2.1908 folgende Anweisung (P10): „Im nächsten Laufzettel ist den Parteien die Räumung ihrer Hauslacken aufzutragen.“

27. Juli – Durch Blitzschlag entzündete sich das Binderhäusel, Adlwang Nr. 13 des Herrn Johann Pürstinger. „Hiebei wurde aus dem Bassin bei Pachleitner das Wasser entnommen. Die zweite Orts-Spritze wurde am Mühlbache im Spatt Grunde aufgestellt. Ein heftiger Regen sowie zahlreiche Hilfspersonen trugen dazu bei, daß der Brand auf dies eine Anwesen beschränkt blieb. Das Haus konnte vor dem Einbrennen in die Wohnung gerettet werden. Die im Stalle nebenan untergebrachte Ziege blieb am Leben; ebenso ein im Taubenschlag unter dem abgebrannten Strohdache brütendes Taubenpaar, obwohl der hölzerne Schlag rundherum abgebrannt war.“

1909

Bei der Generalversammlung am 7. Februar tritt der Zeugwart Stellvertreter Oberreiter zurück, an seine Stelle wurde Johann Zeilinger gewählt.

1911

Am 3. Juni 1911 brannte es in der Obernhub. Ein Pferd verendete in den Flammen.

1912

19. Juli – Brand des Braithaidergutes durch Blitzschlag. „Die Feuerwehr rettet das Haus vor dem Einbrennen in den Presskeller und im 1. Stocke. Brandwache bis zum nächsten Morgen.“
Die Feuerwehr erhält vom o.ö. Feuerwehr – Fond 200 Kr., die zum Ankauf von Schläuchen bzw. zum Ersatz der unbrauchbaren Schläuche verwendet wurden.

1913

Generalversammlung am 14. Jänner mit Ausschussneuwahl:
Die nachfolgenden beschlossenen Anträgen weisen darauf hin, dass ein schwieriges Jahr zu bewältigen war. Folgende Beschlüsse wurden gefasst: Die Feuerwehr nimmt an keiner Parade Ausrückung teil.

Der von der k.k Bezirkshauptmannschaft durch den Herrn Gemeindevorsteher eingebrachte Wunsch betreffend die Bildung einer Sanitäts- Abteilung des Zweigvereines Kirchdorf vom roten Kreuz wird einstimmig zurückgewiesen, weil
1. die Feuerwehr nur mehr 18 ausübende Mitglieder zählt, eine weitere Zersplitterung daher unstatthaft ist und den Corps schadet.
2. der bare Kassarest dermalen nur mehr 32 Kr. 28 h beträgt, daher die Fw. eine Räderbahre und die nötigen Utensilien unmöglich aufkaufen kann, ohne sich in bedeutende Schulden zustürzen.
3. viele größere Feuerwehren, z. B. Garsten, Pfarrkirchen, Nußbach keine solche Abteilung haben.

1914

Für das Jahr 1914 finden sich im Protokollbuch lediglich vier datierte, kurz gehaltene Einträge. Ein Eintrag erwähnt, dass am 12. Juni der Amtmannstraßer in Möderndorf brannte. Zwei Übungen fanden statt und die letzte Eintragung (August 1914) berichtet, dass 13 Mann am Bezirksdelegiertentag in Kremsmünster teilnahmen.

1914 – 1918

Bild 7: Der Kriegszustand verringerte auch den Mannschaftsstand

1914 begann der Erste Weltkrieg, viele Feuerwehrmänner mussten nun dem Kaiser dienen. Über vier Jahre dauerte der Krieg – viele Männer haben ihr Leben im Schlachtfeld verloren. Um einigermaßen den Feuerwehrbetrieb aufrechterhalten zu können, wurden Veteranen, Buben und zum Teil auch Frauen eingesetzt. Durch die Kriegsereignisse vermehrten sich bei den Feuerwehren die Sanitäts- und Rettungsabteilungen. In den letzten Kriegsjahren wurden die Sanitätsabteilungen den Militärdienststellen zur Verfügung gestellt.

Für die Zeit von 1914 bis 1918 schweigt das Protokollbuch – das heißt aber nicht, dass es für die Feuerwehr keine Einsätze gegeben hat. Im Jahre 1915 brannten die Gehöfte Hochegger (15.8.1915) und Untereggendorf (am 29.10.1915 – vulgo Schacherbauer) ab.

Am 19. Jänner 1918 brannte die Kettenhub, Mühlgrub 39, infolge eines Kaminbrandes ab. Ein Brand in Kriegszeiten bedeutete harte Aufbauarbeit. Pater Ildephons Schwentner, Pfarrer in Adlwang, berichtet in der Chronik: „Ein Brand in dieser Zeit ist ein furchtbares Unglück, keine Handwerksleute, kein Material. Einbrüche und Diebstähle sind an der Tagesordnung.“

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Thema von Anders Norén